Peinliche Anpassungsgesten?

Ein Artikel von Roland Reuß in der gestrigen FAZ sorgt für intensive Verteidigungsgesten im deutschen Bibliothekswesen: „Sie nennen es Service, dabei ist es Torheit“.

Es geht um digitale Bibliotheks-Dienstleistungen und die damit verbundenen Gefahren und Möglichkeiten des Zugriffs auf Nutzerdaten. So verständlich es ist, dass z.B. die Forderung von Reuß, Bibliotheken müssten “… ein Bewusstsein von der Labilität der digitalen Infrastruktur entwickeln und auf analoge ‚backups‘ […] für den Notfall (die aufmerksame, unbeobachtete Lektüre) zurückgreifen können“, für viele ironische Bemerkungen sorgt, (denn natürlich wünscht sich kaum jemand, wieder Leihscheine auszufüllen), so bedenkenswert sind doch einige der angesprochenen Probleme, besonders im Lichte von Erfahrungen, die in den USA ja tatsächlich auch in Bibliotheken bereits gemacht wurden. Gerade wurden von der DFG die Weichen in Richtung mehr cloud-basierter bibliothekarischer Infrastrukturen gestellt, da könnte besser aller gutgläubigen Naivität durch ein waches Problembewusstsein begegnet werden.

Update: Es gibt aber auch bereits seit einigen Wochen eine IFLA-Stellungnahme zum Thema, darüber berichtete am 1. November das Blog des Deutschen Bibliotheksverbandes:„IFLA unterzeichnet internationale Erklärung zu Menschenrechten und Kommunikationsüberwachung“.

Update: Und jetzt auch eine Reaktion des DBV selbst auf den Artikel von Roland Reuß: „Bibliotheken im Spannungsfeld zwischen Datenschutz und digitalen Services“ (PDF)

(Dank für den Hinweis auf den Artikel an Dirk Naguschewski)

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Bibliothek, Computer, Recht abgelegt und mit verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.